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Arzneistoffe in alphabetischer Ordnung

 

Lateinische Bezeichnung Kürzel Deutsche Bezeichnung Geprüft durch:  Gruppe 
Kalium jodatum KJ kal-i. Kaliumjodid 

HAB 1 Vorschrift: 5a

Hartlaub u. Trinks führen 303 Symptome auf Ha/TrR

Allen verweist auf viele klinische Indikationen und führt 807 Symptome auf

Kalium /Jod
 
THEMA 
"The main feeling of Kali-iod. is that he may be betrayed, starved (Iod) by those people whose support he seeks i.e. his group or family" SrSu

ALLGEMEINES 
Das Mittel affiziert besonders auffällig die Schleimhäute des Nasopharyngeal-, Darm- und Urogenitaltraktes. Es wirkt auf Drüsengewebe und Periost. Kalium jodatum produziert einen hartnäckigen chronischen durch Schwäche und Abmagerung gekennzeichneten Krankheitszustand mit mannigfaltigen Beschwerden und teilweise widersprüchlichen Modalitäten. Rachitis. Tumoren. Es wurde wie Mercur, mit dem es verwandt ist, als Antisyphiliticum benutzt und ähnelt den zerstörerischen Symptomen der Erkrankung. 

Rezidivierende HNO-Infekte, ständige Katarrhe mit wäßrigen, wundmachenden, grünlichen, scharfen, ätzenden Sekreten. Der knöcherne Anteil der Nase kann sehr empfindlich werden, wenn die Entzündung der Schleimhäute auf ihn übergeht. Nekrose des knöchernen Anteils der Nase. Auf der Rachenschleimhaut kommt es zu Granulationsbildung. Die Tonsillen sind vergrößert und können geschwürig entzündet sein. Es besteht Trockenheit des Halses. Der Patient ist heiser. Die Zungenwurzel schmerzt nachts; beim zu Bett gehen. Es besteht Verlangen nach kalten Getränken, welche die Schmerzen verschlimmern. Warme Getränke lindern (vgl.: phyt. : Kalte Getränke >). Die Trachea ist wund und entzündet. Obere Abschnitte der Lunge können entzündet sein. Flatulenz und Aufstoßen wie bei Lycopodium oder Carbo veg. Chronische Urethritis, Gonorrhoe, mit dicken, grünlichen, scharfen Absonderungen ohne Schmerzen. Iritis (vgl.: staph., hep. , nit-ac ., merc.). Ödematöse Schwellung der Lider. Die Lidränder sind wund. Gerötete, entzündete Konjunktiven. Reiter Trias: Arthritis, Konjunktivitis, Urethritis.

Die Gelenke sind geschwollen, das Periost entzündet sich und wird sehr empfindlich. Es entstehen brennende lanzinierende, scharfe Schmerzen. Ziehende, messerstichartige, wie durch eingetriebene Nägel hervorgerufene, Schmerzen. Eiseskälte der Knochen und der leidenden Teile. Zusammendrückende Schmerzen der Parietalknochen des Kopfes. Dumpfe, klopfende Stirnkopfschmerzen. Stechende Ohrenschmerzen bei Otitis media. Stechende Schmerzen des Brustbeins, erstrecken sich zwischen die Schulterblätter. Hitze und Frost wechseln. Hitze und Trockenheit gehen über in starke, profuse Nachtschweiße, die dem Patienten allgemeine Linderung geben. Kalium jodatum ist ein chronisches, zerstörrerisches Mittel, der Mensch wird hochgradig nervös, launisch, streng, reizbar und böse. Er entwickelt ein ängstliches, weinerliches und zänkisches Gemüt. 

MODALITAETEN 
Verschlimmert durch: 
Hitze. Druck. Berührung. Nachts. Feuchtigkeit. Mercurbehandlungen. Wetterwechsel. Streit. Kaltes Essen insbesondere kalte Milch. Verlangen nach kalten Getränken, die <. Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang; nach Mitternacht, 5 Uhr morgens. Meeresluft. 

Gebessert durch: 
Bewegung. Kühle und frische Luft bessern den Kopfschmerz, die Hitze im Kopf und die Schmerzen der Glieder; verschlimmern aber den Schnupfen. Warme Getränke. Ÿußere Wärme bessert den allgemeinen Frost, die Zahnschmerzen sowie die Kälte der schmerzhaften Körperstellen. 

GEMUET 
Redselig und zu Späßen aufgelegt. Große Reizbarkeit und ungewöhnliche Hartheit des Verhaltens gegenüber denjenigen denen er am stärksten verbunden ist (vgl.: kal-c. ). Hart gegen seine Kinder. Leidenschaftliches und gehässiges Temperament. Erschrecken über jede Kleinigkeit. Traurigkeit und Furcht, es könnte sich ein Unheil ereignen. Intellektuelle Schwäche mit anfallsweiser Demenz und Kopfschmerzen. Gedächtnisschwäche. Fühlt sich verbraucht. Kachexie. 

KOPF 
Schwindel. Schwere des Kopfes, in der Stirn. Spannende, stechende, einschießende, reißende Kopfschmerzen. Hitze des Kopfes mit katarrhalischen Kopfschmerzen und Konjunktivitis. Sinusitis. Tracheobronchitis. Lange unterdrückte Absonderungen der Nase. Hämmernde Stirnkopfschmerzen mit der Empfindung, als ob die Parietalknochen zusammengeschraubt werden. Reißendes oder zuckendes Stechen über dem linken Auge in der Stirnhöhle. Hinterhauptskopfschmerzen bei Schnupfen mit Schmerzen im Oberkiefer und den Zähnen. Die Kopfschmerzen sind durch Wärme, Druck und nachts verschlimmert. Sie sind in der Regel in frischer Luft und nach dem Aufstehen gebessert. Das Periost des Schädels ist empfindlich gereizt und fühlt sich beim Kratzen geschwürig an. Obwohl sich die Kopfhaut heiß anfühlt, sind die schmerzhaften Areale kalt und werden im Gegensatz zur sonstigen Modalität durch Wärme gebessert (GS). Es bilden sich empfindliche Knoten in der Kopfschwarte. Haarausfall. Frühes Ergrauen der Haare. 

AUGEN 
Verschwommenes Sehen. Konjunktivitis mit Photophobie, Lidödemen und starker Tränenfluß bei akutem Schnupfen. Konjunktiven, Nasenschleimhäute, Rachen und Gaumen sind entzündlich gerötet und geschwollen. Iritis. Chorioiditis. Glaukom. Periostitis der Orbita. 

OHREN 
Tinnitus. Bohrende Schmerzen in den Ohren. Otitis rachitischer Kinder mit empfindlicher Kopfhaut. 

NASE 
Rezidivierende Nasopharangealkatarrhe mit Absonderung scharfer, wundmachender, brennender, heißer Sekrete. Absteigende, dünne, wundmachende, klar bis gelbliche, grünliche, schwarze Absonderungen, provozieren Husten und Niesen und infizieren den Tracheobronchialbereich. In den Choanen zähe und gelbe Sekrete mit der Empfindung von Enge an der Nasenwurzel und dumpfem, klopfendem Druck in knöchernen Anteilen der Nase und im Stirnhöhlenbereich. Destruktion der Schleimhäute und Übergang der Entzündung auf die knöchernen Anteile der Nase bewirken nagende, lanzinierende, bohrende Schmerzen die sich in die Stirn erstrecken. Ozaena. Flacher Nasensattel duch Nekrose der Nasenknochen. Chronische Sinusitis frontalis mit allgemeinem Frost und nächtlichen rheumatischen Schmerzen der Glieder. Ulceration des Septums. Excoriation der Haut und Ulceration der Schleimhaut der Nase. Nasenbluten. 

GESICHT 
Bässe, während kramphaften Hustens. Röte, Brennen des Gesichts und Kongestion zum Kopf. Schwellung des Gesichts und der Zunge. Hautausschlag des Gesichts mit Schwellung des subcutanen Gewebes. Tuberkelbildung der Haut. Starke Schmerzen oberer Abschnitte der knöchernen Orbita sowie der Stirnhöhlen. Trockene Lippen. Zähe Schleimbildung auf den Lippen morgens. Schwellung der Submaxillardrüsen. Neuralgie der linken Wange mit Schnupfen. 

MUND 
Verlängerungsgefühl der Zähne; schmerzhaft abends. Kariöse Zähne. Nagende Schmerzen. Geschwollenes Zahnfleisch. Warme Getränke bessern, kalte Getränke verschlimmern. Paradonthose. Ulceration des Zahnfleisches. Speichelfluß; blutig. Trockenheit, Hitze, bitterer Geschmack des gesamten Mundes. Taube Mundschleimhaut morgens. Speisen schmecken wie Stroh. Mundschleimhaut und Zunge geschwollen. Zahneindrücke. Weißer Zungenbelag. Brennende Zungenspitze. Zungenwurzel schmerzt abends schlimmer. Ulceration der Mund und Zungenschleimhaut. Die Ulcera sind unregelmäßig begrenzt und wie mit Milch bepinselt. Bläschenbildung der Schleimhaut. Stomatitis. 

HALS/KEHLKOPF 
Struma. Rauhe, trockene, geschwollene Schleimhaut. Uvula geschwollen. Ulceration des Velum palatinum. Hypertophie der chronisch entzündeten Mandeln. Chronische Pharyngitis. Schmerzhaftes Drücken und Stechen beim Schlucken und Sprechen. Nasale Stimme. Heiserkeit. Stimmlosigkeit. Nächtliches Erwachen gegen fünf Uhr morgens mit trockenem Hals und erstickenden Hustenattacken. Tiefer, trockener, heiserer Husten mit Schmerzen in der Brust. Auswurf von viel weißlich, grünem, wie Seifenlauge ausehendem, Schleim. 

BRUST 
Kehlkopf rauh. Lufthunger während Flatulenz. Aufwachen um fünf Uhr morgens mit Husten und Atemnot. Luftröhre rauh. Trockene Bronchitis. Pfeiffende asthmatische Atmung. Auswurf von viel weißem, grünem wie Seifenlauge ausehendem, Schleim. Pneumonie, Pluritis. Pleuraerguß. Stechende Schmerzen vom Brustbein zum Rücken oder in die Schultern. Herzklopfen beim Aufstehen. Muß aufstehen, weil er Angst hat, sonst zu ersticken. Herzklopfen verschlimmert beim Gehen. Aneurisma. 

ABDOMEN 
Sodbrennen. Aufstoßen. Blähungen. Borbrygmus. Abgang von Winden bessert kurzfristig. Übelkeit mit Schleimerbrechen. Brennende Schmerzen an der Cardia. Pochendes brennendes Schneiden um den Nabel, wie von einer glühenden Kohle. Gastritis. Schmerzen des Abdomens erstrecken sich in die Leisten und die Oberschenkel. Geschwollene Bubonen ulcerieren. Fistelbildung. Dunkel, dünne, ätzende Eiterabsonderung. Hellgrüne, gelbe, wäßrige, mit Schleim durchsetzte Stühle mit Tenessmen des Darms und Schmerzen im Lumbalbereich. Hartnäckiger harter, spärlicher Stuhl. 

NIEREN/HARNWEGE 
Chronische Nephritis. Urin dunkel, spärlich, schmerzhaft. Das Sediment ist schmutzig, gelb. Frost vom lumbalen Rücken ausgehend über den gesamten Körper. Zerschlagenheitsgefühl des lumbalen Rückens. Brennende einschießende Schmerzen der Nieren. Prostatitis. Gesteigerter Harndrang, verschwindet mit Eintreten der Menses. Enuresis nocturna scrofulöser Kinder. 

MAENNLICHE GENITALIEN 
Chronische Urethritis mit schmerzlosen, dicken, grünlichen Schleimabsonderungen. Chronische Gonorrhoe. Schwellung der Glans penis mit Paraphimose. Orchitis. Sexualverlangen vermindert. Hodenatrophie. 

WEIBLICHE GENITALIEN 
Brennende, ziehende, zuckende Schmerzen der Ovarien, rechts schlimmer. Schwellung und Kongestionsgefühl der Ovarien. Uterushypertrohphie. Dysmenorrhoe. Gesteigerter Harndrang vor den Mens, verschwindet mit Eintritt der Mens. Menses verfrüht; zu spät mit stärkerem Blutfluß als gewöhnlich. Fluor: wäßrig, scharf und wundmachend, milchig, grünlich, gelb, faul. Tumoren der Brust. Brustatrophie. Galaktorrhoe. 

NACKEN/RUECKEN 
Nackenlymphdrüsen geschwollen; Rachitis. Rasche Anschwellung der Schilddrüse, empfindlich gegen Druck und Berührung. Der lumbale Rücken schmerzt, wie unter einer großen Last, Liegen ist unmöglich, kann nur gebeugt Sitzen. Zerschlagenheitsgefühl des lumbalen Rückens, gebeugt sitzen verschlimmert; Stiche. Aufsteigendes Frostgefühl vom Sacrum über den übrigen Rücken. Schmerzen des Coccyg wie nach einem Sturz. 

EXTREMITAETEN 
Zerschlagenheitsschmerz der linken Schulter. Ziehende Schmerzen in den oberen Extremitäten. Ulceration der Daumenspitze, gelblich verfärbt. Nagen in den Hüfgelenken. Humpelt wegen einschießender Schmerzen in das linke Hüftgelenk, bei jedem Schritt. Ischialgie verschlimmert im Stehen, Sitzen und Liegen auf der betroffenen Seite, weckt Ihn nachts, gebessert durch Anziehen der Beine und Gehen. Schwellung der Kniegelenke mit rheumatischen, bohrenden, ziehenden Schmerzen nachts <. 

HAUT 
Akne. Juckende erythematöse Hautausschläge im Gesicht, an Armen, Beinen und Rücken im Winter. Papulöser, knötchenförmiger Hautausschlag heilt oft nur unter Narbenbildung ab. Rauhe Knötchenbildung der Haut an unterschiedlichsten Stellen. 

SCHLAF 
Schläfrig und müde. Schlafstörungen durch ängstliche, schreckliche Träume. Lautes Weinen im Schlaf; unbewußt. Aufwachen: plötzlich, Pneumonie, Krupp, als ob er ersticken müßte, Herzklopfen, bitterer Mundgeschmack. 

FIEBER/FROST/TEMPERATUR 
Intermittierendes Fieber. Durst während des Frostes. Frost nicht gebessert durch Wärme. Mundtrockenheit. Frost in den Knochen und in den schmerzhaften Körperteilen. Hitze mit Frost. Trockene Hitze, dann profuse Schweiße. Nachtschweiße, die bessern. Frost von unteren Rückenabschnitten aufsteigend über den gesamten Körper. 


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